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Von Turnen und Glöggli - Kreisturnfest Rheintal Grabs

Am Morgen des Samstag, 26. Juni besammelte sich der Turnverein Saanen-Gstaad am Bahnhof Gstaad, um in den Turnfestkampf zu ziehen, der dieses Wochenende in Grabs stattfand.

Nach einer abwechslungsreichen Carfahrt inkl. "Frühstück" und mit vielen Stopps um weitere TurnerInnen mitzunehmen, kamen wir in Grabs – am anderen Ende der Schweiz – an. Nahe des Festgeländes, das sich in einem Wohnquartier befand (!), wurden alle Zelte aufgestellt und nachdem alle eingeturnt hatten, ging es schon in grossen Schritten in Richtung Gymnastik Kleinfeld, wo der erste Wettkampfteil gut gelang und die Note 8.85 erreicht wurde.
Nun ging es also Schlag auf Schlag. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es weiter mit der Gymnastik Bühne, wo uns eine tolle Jazz-Gymnastik-Darbietung erwartete, bei der unser Verein mit der Note 8.63 abschloss.
Und schon waren wir bei der zweitletzten Disziplin angelangt, der Gerätekombination. Unsere TurnerInnen mit toller Ausstrahlung erreichten die gute Note 8.47.
Auch die Weitsprung-Damen mit 8.18 und Hochsprung-Herren mit 7.79 beendeten unseren Wettkampftag mit sehr guten Noten.

Nach einem gemütlichen Abend und einer kurzen oder noch kürzeren Nacht, gab es ein gemütliches Frühstück, wonach wir unsere Nachtlager und Zelte mit mehr oder weniger grossen Problemen abbrachen.

Der Sonntag war ein schöner und warmer Tag, wo wir unseren Sportskollegen bei einer selten gesehenen Schlussvorführung bewundern konnten, bis wir dann um ca. 15.00 Uhr wieder in unseren Car einstiegen und die Heimreise antraten.

Kennt Ihr die Geschichte vom "Hollinger-Glöggli" des TV Saanen-Gstaad? Früher hatte dies bei den Herren grosse Tradition und wurde bei jedem erdenklichen Anlass (oder auch nur an einem geschichtsträchtigen Turnabend) dem Turner weitergereicht, welcher eine speziell "dödelhafte" Leistung erbrachte – oder einfach für Aufsehen sorgte. Zwischenzeitlich gab es sogar zwei bis drei, beim einen oder anderen wusste man nicht mehr genau, wo es sich befand. So wurde am Eidgenössischen in Basel vor zwei Jahren an einem Bahnhofkiosk ein neues erstanden und seit da wieder regelmässig weitergegeben – Ehre, wem Ehre gebührt!
Seit dem Trainingsweekend Ende April in Sumiswald gehörte dies Roger (kaum zu glauben, dies war das erste Mal in seiner Karriere!!). Am Turnfest in Täuffelen konnte kein würdiger Nachfolger gefunden werden und der Glöggli-Inhaber ruf in einer kurzen und treffenden Ansprache auf, mehr Risiko auf sich zu nehmen. Und dass es doch schön wäre, dieses Glöggli erstmals einer Frau überreichen zu können. Also waren alle gespannt, was die Geschichte nun für eine Wende nahm.
Aber oje, auch in Grabs war eigentlich nichts Spektakuläres vor sich gegangen – sind unsere TurnerInnen alles brave Lämmlein geworden? Oder sind sie zu scheu? Oder wollen sie einfach nicht die umstrittene "Trophäe" erhalten? Wie dem auch sei, es konnte doch noch ein "Opfer" gefunden werden.
Da hat doch tatsächlich P.S. aus G. nur fünf Tombolalose erstanden. Von diesen fünf Losen waren vier Nieten – demzufolge ein Treffer. Und dieser Treffer sollte sich als einer der Hauptgewinne herausstellen. Das wäre ja alles noch gar nicht so speziell. Doch wie transportiert man einen Tiefkühlschrank von Grabs nach Gstaad… Zum Glück war unser Verein mit dem Car unterwegs – man stelle sich einmal bildlich vor, wie der Gewinn im Hauptbahnhof Zürich umgeladen wird (gut, bei der Gelegenheit hätte sich auch herausgestellt, ob der Gewinner Kollegen hat…).
Somit konnte Pesche feierlich das Glöggli aus Rogers Händen entgegennehmen.
Ende der Geschichte ums Hollinger-Glöggli? Weit gefehlt. Tatsächlich konnte am 27. Juni 2004 die erste Frau des TV Saanen-Gstaad das Glöggli erstehen. Im Grauholz gab's eine kurze Pause, die ersten Turnerinnen wollten uns bereits wieder verlassen. Nach einem kurzen Kioskbesuch hat eine gewisse Dame nicht bemerkt, dass ein anderer Car aus Grabs neben dem unseren parkiert hat. Trotz mehrmaliger Hinweise eines Frutiger Turners "Das isch de der falsch Car" bemerkte Nadia erst auf der Suche des Sitzplatzes, dass es nicht der Saaner-Car war. Somit geht Pesche als kürzester Glöggli-Halter und Nadia als erste Dame mit Hollinger-Glöggli in die Geschichte des TV Saanen-Gstaad ein. Herzliche Gratulation…

Es war ein erlebnisreiches und schönes Wochenende; ein grosses Danke und Gratulation an alle für eure Leistungen!!!

Ramona Conrad & Barbara Kernen